E-Mail-Adresse einer Firma finden6 Wege und was in Deutschland gilt
Um die E-Mail-Adresse einer Firma zu finden, beginnen Sie beim Impressum, gehen über Domain-Suche und Mailformat und prüfen das Ergebnis vor dem Versand. Hier lesen Sie die sechs Wege, wie Sie eine Adresse bestätigen und was UWG und DSGVO erlauben.
Kaltakquise per E-Mail··9 Minuten Lesezeit
Wichtigste Erkenntnisse
Der schnellste Weg ist das Impressum: Nach § 5 DDG müssen geschäftsmäßige Websites eine E-Mail-Adresse für die schnelle Kontaktaufnahme angeben
Sechs Wege decken fast jeden Fall ab: Impressum und Website, Google-Domain-Suche, Mailformat, Profile und Register, Google-Maps-Eintrag und die gesammelte Erfassung
Prüfen kommt vor Senden: Syntax, MX-Eintrag und SMTP-Antwort zeigen, ob ein Postfach Nachrichten annimmt, ohne dass Sie etwas verschicken
Finden ist nicht Anschreiben: § 7 Abs. 2 UWG verlangt für Werbung per E-Mail eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, der Wortlaut unterscheidet nicht zwischen B2C und B2B
Google Maps liefert keine E-Mail-Adressen: Der Weg führt vom Eintrag über die Website zur dort veröffentlichten Adresse
Die Antwort
Wie finde ich die E-Mail-Adresse einer Firma?
Um die E-Mail-Adresse einer Firma zu finden, lesen Sie zuerst Impressum und Kontaktseite der Website. Geschäftsmäßige Websites müssen dort nach § 5 DDG eine E-Mail-Adresse nennen. Fehlt sie, hilft die Domain-Suche bei Google oder das Mailformat der Firma. Prüfen Sie die Adresse, bevor Sie sie verwenden.
Eine Firmen-E-Mail-Adresse ist jedes Postfach auf der eigenen Domain eines Unternehmens, zum Beispiel info@firma.de oder anna.meier@firma.de. Eine E-Mail-Suche (englisch E-Mail-Lookup) ist der Vorgang, eine solche Adresse aus bekannten Angaben wie Firmenname, Domain oder Eintrag in einem Verzeichnis zu ermitteln und danach zu bestätigen, dass das Postfach Nachrichten annimmt.
Welche Adresse Sie brauchen, bestimmt, wo Sie suchen. Ein Rollen-Postfach gehört zu einer Funktion, nicht zu einer Person. Die Standardnamen wie info, sales und support legt RFC 2142 fest. Ein persönliches Postfach gehört einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter und folgt meist einem festen Muster.
Adresstyp
Beispiel
Leicht zu finden?
Geeignet für
Rollen-Postfach
info@, kontakt@, vertrieb@
Ja, meist im Impressum veröffentlicht
Ersten relevanten Kontakt mit kleinen Firmen
Persönliches Postfach
vorname.nachname@
Nein, muss gefunden oder abgeleitet werden
Entscheider direkt erreichen
Kontaktformular
Webformular ohne Adressanzeige
Ja, liefert aber keine Adresse
Firmen, die keine E-Mail veröffentlichen
Wenn Sie umgekehrt von einer Adresse ausgehen und wissen wollen, wer dahintersteht, lesen Sie unseren Leitfaden zur Rückwärtssuche von E-Mails.
Schluss mit der Einzelsuche
Suchen Sie auf Google Maps, erfassen Sie veröffentlichte Website-Kontakte und organisieren Sie Interessenten im CRM. Die Extraktion ist kostenlos, Export und Pro-Funktionen hängen vom Tarif ab.
Steht die E-Mail-Adresse einer deutschen Firma im Impressum?
Ja, in aller Regel. Nach § 5 DDG müssen Anbieter geschäftsmäßiger, in der Regel entgeltlicher digitaler Dienste Angaben bereithalten, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation ermöglichen, ausdrücklich einschließlich der Adresse für die elektronische Post. Ein Kontaktformular allein reicht dafür nicht aus.
Das macht das Impressum zur ersten und zuverlässigsten Quelle. Die Firma hat die Adresse selbst veröffentlicht, sie ist aktuell und für Besucher ständig erreichbar. Häufig ist es ein Rollen-Postfach wie info@. Hinweise auf persönliche Ansprechpartner finden Sie oft zusätzlich auf Team-, Karriere- und Pressseiten oder in der Datenschutzerklärung.
Auch bei Handwerksbetrieben, Arztpraxen, Gastronomie und Agenturen lohnt der Blick ins Impressum, bevor Sie ein Tool bemühen. Bei Einzelunternehmen kann dort eine Adresse stehen, die der Inhaber oder die Inhaberin auch privat nutzt. Behandeln Sie solche Daten besonders sorgfältig.
Die Methoden
Welche 6 Wege gibt es, die E-Mail-Adresse einer Firma zu finden?
Gehen Sie die Wege in dieser Reihenfolge durch. Jeder kostet mehr Aufwand als der vorherige, hören Sie also auf, sobald Sie eine veröffentlichte Adresse haben, die Sie prüfen können:
1
Impressum, Kontaktseite und Fußzeile lesen
Die Website ist der einzige Ort, den die Firma selbst kontrolliert. Lesen Sie Impressum, Kontakt, Team und Datenschutzerklärung. Veröffentlichte Adressen sind die verlässlichsten, weil die Firma sie bewusst zeigt.
2
Die Domain bei Google durchsuchen
Geben Sie site:firma.de "@firma.de" bei Google ein. Die Suche listet Seiten der Domain, die eine Adresse nennen, auch PDFs, Pressemitteilungen und alte Beiträge, die im Menü nicht mehr verlinkt sind.
3
Ansprechpartner finden und das Mailformat anwenden
Suchen Sie Namen und Rolle auf der Teamseite oder in einem beruflichen Profil. Die meisten Firmen nutzen ein Muster für alle Postfächer. Die gängigen Formate stehen in unserem Leitfaden zu Formaten für Firmen-E-Mails, eine bestätigte Adresse genügt, um die anderen abzuleiten.
4
Profile, Register und öffentliche Dokumente prüfen
Branchenverzeichnisse, Kammerseiten, Vortragsprogramme und Handelsregisterangaben nennen manchmal eine Kontaktadresse. Behandeln Sie sie als Hinweis, nicht als Beweis, denn sie veralten schneller als die Firmenwebsite.
5
Den Google-Maps-Eintrag als Einstieg nutzen
Ein Eintrag zeigt Name, Adresse, Telefonnummer und Website, aber keine E-Mail-Adresse. Die verlinkte Website führt zum Impressum und damit zur Adresse. Das ist der schnellste Weg zu lokalen Betrieben wie Zahnärzten, Restaurants oder Installateuren.
6
Bei Listen gesammelt erfassen
Für zehn Firmen reicht Handarbeit. Für eine Stadt oder Branche lesen Sie die Websites automatisch aus. Wie Sie solche Daten ordnen, zeigt unser Leitfaden zum Aufbau einer Interessentendatenbank. Für wenige Namen vergleichen Sie zuerst E-Mail-Finder-Tools.
Vergleich
Welche Methode passt zu welcher Situation?
Die beste Methode hängt davon ab, wie viele Firmen Sie brauchen und ob Sie ein Rollen-Postfach oder eine Person erreichen wollen. Die Tabelle zeigt die Unterschiede:
Methode
Aufwand je Firma
Für viele Firmen?
Typisches Ergebnis
Impressum und Website
Niedrig
Nein, manuell
Rollen-Postfach, manchmal Namen
Google-Domain-Suche
Niedrig
Nein, manuell
Adressen in alten Seiten und PDFs
Mailformat ableiten
Mittel
Teilweise
Persönliches Postfach, muss geprüft werden
Profile und Register
Mittel
Nein
Namen und Rollen, selten die Adresse
Maps-Eintrag, dann Website
Niedrig
Ja
Veröffentlichte E-Mail plus Telefon und Website
Gesammelte Erfassung aus Websites
Sehr niedrig
Ja
Liste veröffentlichter Adressen, vor Versand prüfen
Keine einzelne Quelle enthält alle Adressen. Genauigkeit entsteht, wenn Sie zwei bis drei Quellen abgleichen und das Ergebnis prüfen. Teuer wird es, wenn Sie „Adresse gefunden“ mit „Kontakt vorhanden“ gleichsetzen: Jede unzustellbare Nachricht und jede Spam-Beschwerde schadet der Absenderreputation, von der abhängt, ob Ihre echten Nachrichten ankommen.
Prüfung
Wie prüfe ich, ob eine Firmen-E-Mail-Adresse funktioniert?
Sie prüfen in drei Schichten, ohne eine Nachricht zu senden: Syntax, Domain und Postfach. Ohne diese Prüfung bleibt eine gefundene Adresse eine Vermutung, und die endet oft als Rückläufer. Die Details stehen im Leitfaden, wie Sie eine E-Mail-Adresse prüfen, ohne zu senden.
Syntax: Die Adresse ist korrekt aufgebaut, mit genau einem @-Zeichen und einer gültigen Domain.
Domain (MX): Die Domain veröffentlicht Mail-Exchanger-Einträge und kann überhaupt E-Mails empfangen.
Postfach (SMTP): Der Mailserver bestätigt die konkrete Adresse, ohne dass eine Nachricht zugestellt wird.
Catch-all und Wegwerfadressen: Catch-all-Server nehmen jede Adresse an und verbergen ungültige. Ihre Ergebnisse gelten als unsicher, mehr dazu in unserem Beitrag über Catch-all-E-Mails.
Adressen veralten, wenn Menschen die Stelle wechseln oder Firmen schließen. Prüfen Sie deshalb vor jeder neuen Kampagne erneut.
Fehler 1: Prüfung überspringen
Der Versand an eine gefundene, aber ungeprüfte Adresse erhöht die Rückläufer und kann Ihre Absenderdomain belasten. Prüfen Sie vorher.
Fehler 2: Dutzende Adressen raten
Wer jedes mögliche Muster anschreibt, erzeugt Rückläufer und wirkt wie Missbrauch. Bestätigen Sie eine Adresse und leiten Sie das Format daraus ab.
Fehler 3: Nur einer Quelle trauen
Eine einzelne Quelle veraltet schnell. Gleichen Sie Impressum, Mailformat und ein Verzeichnis ab, bevor Sie einer Adresse vertrauen.
Fehler 4: Keine Sperrliste führen
Wer sich abgemeldet oder widersprochen hat, darf nicht erneut beworben werden. Führen Sie von Anfang an eine Sperrliste und dokumentieren Sie, auf welcher Grundlage Sie kontaktieren.
Recht
Darf ich eine gefundene Firmenadresse in Deutschland anschreiben?
Nicht ohne Weiteres. Eine öffentlich zugängliche Adresse zu finden ist meist unproblematisch, die Werbeansprache ist es nicht. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist Werbung unter Verwendung elektronischer Post stets eine unzumutbare Belästigung, wenn keine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten vorliegt. Der Wortlaut dieser Nummer unterscheidet nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmen.
Abs. 3 nennt eine enge Ausnahme für Bestandskunden: Der Unternehmer hat die Adresse im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erhalten, nutzt sie für eigene ähnliche Angebote, der Kunde hat nicht widersprochen und wurde bei Erhebung und jeder Verwendung auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen. Für Telefonwerbung gegenüber sonstigen Marktteilnehmern genügt dagegen eine zumindest mutmaßliche Einwilligung (Abs. 2 Nr. 1).
Daneben gilt die DSGVO für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Erwägungsgrund 47 führt aus, dass die Verarbeitung zum Zweck der Direktwerbung als berechtigtes Interesse betrachtet werden kann. Das regelt die Datenverarbeitung, ersetzt aber nicht die Einwilligung, die das UWG für den Kanal E-Mail verlangt. Das Zusammenspiel erklärt unser Beitrag zur Kalt-E-Mail ohne DSGVO-Verstoß. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Praktisch heißt das: Nutzen Sie gefundene Adressen, um Firmen zu recherchieren, zu qualifizieren und über geeignete Kanäle anzusprechen, und holen Sie für E-Mail-Werbung eine Einwilligung ein. Weitere Ideen für passende Quellen finden Sie in kostenlose B2B-Leads: wo man sie findet.
So hilft Vonsel
Wie finde ich Firmen-E-Mails für eine ganze Stadt oder Branche?
Suchen Sie bei Google Maps und klicken Sie auf Start. Vonsel sammelt die Firmen aus den Ergebnissen, während Sie die Karte erkunden, auch über die auf den ersten Blick sichtbaren Markierungen hinaus. Sie können pausieren, fortsetzen und die Suche speichern.
Google Maps liefert keine Firmen-E-Mails. Vonsel besucht die verfügbaren Firmenwebsites und sucht dort veröffentlichte E-Mail-Adressen, zusätzliche Telefonnummern und Links zu bis zu 118 unterstützten sozialen Netzwerken und weiteren Plattformen. Die Ergebnisse hängen davon ab, was jede Website veröffentlicht, prüfen Sie sie also vor dem Versand.
Anschließend behalten Sie die Firmen auf einer Karte, ordnen sie nach Phase, bearbeiten Details und nutzen Kanban, Kalender, Notizen, Aktionen, Tags und eigene Felder. Wenn Sie die Extraktion zuerst sehen möchten, schauen Sie das Tutorial im Video an. Tarife und Limits stehen auf der Seite Preise.
Kurz gesagt:
Starten Sie beim Impressum der Firma und erweitern Sie die Suche nur bei Bedarf.
Gleichen Sie mehrere Quellen ab und prüfen Sie jede Adresse vor dem Versand.
Für größere Mengen beginnen Sie mit lokalen Firmeneinträgen und erfassen die veröffentlichten Adressen gesammelt.
Holen Sie für E-Mail-Werbung die nötige Einwilligung ein.
Lokale Firmen mit Vonsel finden
Suchen Sie auf Google Maps, erfassen Sie veröffentlichte Website-Kontakte und organisieren Sie Interessenten im CRM. Die Extraktion ist kostenlos, Export und Pro-Funktionen hängen vom Tarif ab.
Öffnen Sie zuerst Impressum, Kontaktseite und Fußzeile der Firmenwebsite. Dort steht in Deutschland meist eine E-Mail-Adresse, weil sie für geschäftsmäßige Websites vorgeschrieben ist. Fehlt sie, suchen Sie bei Google nach der Domain mit dem @-Zeichen oder leiten die Adresse aus dem Mailformat der Firma ab. Prüfen Sie das Ergebnis vor dem Versand.
Was ist eine E-Mail-Suche?
Eine E-Mail-Suche (E-Mail-Lookup) ist der Vorgang, die E-Mail-Adresse einer Firma oder Person anhand bekannter Angaben zu ermitteln, etwa Name, Domain oder Firmeneintrag. Sie besteht aus zwei Teilen: Kandidaten aus öffentlichen Quellen finden und anschließend prüfen, ob das Postfach existiert und Nachrichten annimmt.
Muss die E-Mail-Adresse im Impressum stehen?
Ja, für geschäftsmäßige, in der Regel entgeltliche digitale Dienste verlangt § 5 DDG Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme ermöglichen, einschließlich der E-Mail-Adresse. Das Impressum ist deshalb bei deutschen Firmen die zuverlässigste Quelle. Oft ist es ein Rollen-Postfach wie info@, selten eine persönliche Adresse.
Kann ich die E-Mail-Adresse einer Firma über Google Maps finden?
Google Maps zeigt in der Regel Name, Adresse, Telefonnummer und Website eines Eintrags, aber keine E-Mail-Adresse. Der praktische Weg führt über die verlinkte Website: Impressum und Kontaktseite lesen. Vonsel automatisiert genau das und sammelt die dort veröffentlichten E-Mail-Adressen. Was es findet, hängt davon ab, was jede Website veröffentlicht.
Darf ich Firmen in Deutschland per E-Mail anschreiben, wenn ich die Adresse gefunden habe?
Die Adresse zu finden ist die eine Frage, sie zu bewerben die andere. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten stets eine unzumutbare Belästigung. Der Wortlaut unterscheidet nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Es gibt enge Ausnahmen für Bestandskunden (Abs. 3). Das ist keine Rechtsberatung.
Ist info@ oder eine persönliche Adresse besser?
Ein Rollen-Postfach wie info@ oder kontakt@ ist meist veröffentlicht und leicht zu finden, erreicht aber nicht gezielt die entscheidende Person. Eine persönliche Adresse wie vorname.nachname@ ist schwerer zu finden und kann ein personenbezogenes Datum sein. Für den ersten Kontakt mit kleinen Firmen eignet sich das Rollen-Postfach, für Entscheider die persönliche Adresse.
Wie prüfe ich, ob eine Firmen-E-Mail-Adresse funktioniert?
Mit drei Prüfungen ohne Versand: Syntax (korrekt aufgebaute Adresse), Domain (MX-Einträge vorhanden) und Postfach (SMTP-Antwort des Mailservers). Catch-all-Domains nehmen jede Adresse an und verstecken ungültige, ihre Ergebnisse gelten als unsicher. Prüfen Sie vor jeder neuen Kampagne erneut, denn Adressen veralten.
Soll ich E-Mail-Adressen einzeln suchen oder gesammelt erfassen?
Einzelsuche lohnt sich für wenige namentlich bekannte Ziele. Wer eine Stadt oder Branche bearbeiten will, startet besser mit einer Liste lokaler Firmen samt Website und erfasst die dort veröffentlichten Adressen gesammelt. Das spart Stunden an Handarbeit. Prüfen Sie die Ergebnisse trotzdem vor dem Versand.