CRM für kleine Unternehmen:Was es können muss, wie Sie das richtige wählen und womit Sie es füllen
Die meisten Ratgeber vergleichen Programme. Hier lesen Sie, was ein CRM für kleine Unternehmen im Alltag leisten muss, wann Excel noch genügt, was UWG und DSGVO bei der Kundengewinnung bedeuten und woher die Kontakte kommen, wenn das System noch leer ist.
CRM··11 Minuten Lesezeit
Wichtigste Erkenntnisse
Fast alle Unternehmen sind klein: 2024 zählten laut Statistischem Bundesamt 99,3 % der rund 3,2 Millionen Unternehmen in Deutschland zu den KMU. Ein einfaches CRM reicht deshalb, eine Konzernlösung brauchen Sie nicht.
Sieben Funktionen genügen für den Start: Kontakte mit eigenen Feldern, Pipeline, Erinnerungen, Notizen, Import und Export, Smartphone-Zugriff, Postfach-Anbindung.
Excel funktioniert, bis Nachfassen untergeht, eine zweite Person dazukommt oder Sie offene Angebote nicht in zehn Sekunden nennen können.
Ein leeres CRM nützt nichts: Klären Sie, woher neue lokale Kontakte kommen, bevor Sie sich für ein Werkzeug entscheiden.
Rechtlicher Rahmen: Werbe-E-Mails brauchen nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine ausdrückliche Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen. Bei Anrufen genügt gegenüber Unternehmen eine mutmaßliche Einwilligung.
Ein CRM für kleine Unternehmen ist eine Software, die alle Kontakte, Angebote und Nachfassaktionen an einem Ort bündelt, damit in einem Team von einer bis zwanzig Personen kein Interessent im Postfach oder in Excel verloren geht. Starten Sie mit einer einfachen Pipeline, Erinnerungen und einem sauberen Export und sorgen Sie dafür, dass laufend neue, passende Kontakte hineinkommen.
Definition
Was ist ein CRM für kleine Unternehmen?
Ein CRM für kleine Unternehmen ist eine Datenbank aus Personen und Firmen samt ihrer gesamten Kommunikations- und Auftragshistorie. CRM steht für Customer Relationship Management, auf Deutsch Kundenbeziehungsmanagement. Das Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke beschreibt es als Werkzeug, das die Interaktion mit Kunden erleichtern und optimieren soll, wobei alle Informationen über eine zentrale Datenhaltung den verschiedenen Unternehmensbereichen zur Verfügung stehen. Häufig kommt es in Vertrieb, Marketing und Service zum Einsatz.
Für einen Betrieb mit wenigen Mitarbeitern ist die nützliche Variante deutlich schmaler als diese Definition. Sie beantwortet jeden Morgen vier Fragen: Wen rufe ich heute an? Was haben wir beim letzten Mal besprochen? Welche Angebote sind noch offen? Welche Anfragen sind eingeschlafen? Alles darüber hinaus ist Zusatz, den Sie später nachrüsten können.
Zielgruppe
Für wen lohnt sich ein CRM in Deutschland?
Es lohnt sich vor allem für sehr kleine Teams, und genau die sind in Deutschland die Regel. Das Statistische Bundesamt meldet für 2024 rund 3,2 Millionen kleine und mittlere Unternehmen, das sind 99,3 Prozent aller Unternehmen. Kleinstunternehmen haben dort bis zu 9 Beschäftigte und bis zu 2 Millionen Euro Umsatz, kleine Unternehmen bis zu 49 Beschäftigte und bis zu 10 Millionen Euro.
Rankings der „besten CRM-Systeme“ sind meist für Vertriebsabteilungen geschrieben. Drei Gruppen suchen besonders häufig nach dem Thema:
Selbstständige und Berater, etwa eine Steuerberaterin in Leipzig oder ein Unternehmensberater in Stuttgart. Sie müssen sich merken, wen sie wann zurückrufen, und dürfen keine Anfrage verlieren.
Kleine Agenturen für Marketing, Webdesign oder SEO, die an Betriebe vor Ort verkaufen und für zwei bis zehn Personen einen gemeinsamen Kundenstamm brauchen. Wenn das auf Sie zutrifft, lesen Sie auch, wie Sie Neukunden für Ihre Agentur gewinnen.
Lokale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe wie SHK-Betriebe, Dachdecker, Reinigungsfirmen oder Zahnarztpraxen, die Angebote nachhalten, Stammkunden pflegen und Empfehlungen festhalten wollen.
Alle drei brauchen denselben kleinen Kern, am ersten Tag aber kein Werkzeug mit zweihundert Einstellungen.
Excel oder CRM
Brauche ich ein CRM oder reicht eine Tabelle?
Eine Tabelle reicht, wenn eine Person eine kurze Kontaktliste führt und sie täglich öffnet. Ein CRM lohnt sich, sobald Nachfassen untergeht, zwei Personen dieselben Kontakte bearbeiten oder Sie die offenen Angebote nicht binnen zehn Sekunden nennen können. Ausschlaggebend ist Ihr Arbeitsverhalten, die Firmengröße spielt keine Rolle.
Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was in der Praxis zuerst bricht:
Was Sie brauchen
Excel oder Google Tabellen
CRM für kleine Unternehmen
Kontakte pflegen
Gut für eine kurze Liste
Gut, mit eigenen Feldern und Suche
Nachfass-Erinnerungen
Manuell, leicht zu vergessen
Eingebaut und je Kontakt verknüpft
Pipeline-Ansicht
Eine Spalte „Status“
Visuelle Phasen, in denen Sie Vorgänge verschieben
Verlauf je Kontakt
Notizzelle, die unübersichtlich wird
Datierte Notizen und Aktionen
Zwei oder mehr Nutzer
Versionskonflikte und überschriebene Zeilen
Ein gemeinsamer Datensatz
Dubletten
Fallen eher zufällig auf
Leichter zu finden und zusammenzuführen
Kosten
Kostenlos
Es gibt Gratis-Tarife, bezahlte Tarife erweitern Grenzen und Funktionen
Wenn Ihre Tabelle gut funktioniert, lassen Sie sie so. Eine Vorlage mit Spalten, Phasen und Formeln finden Sie in unserem Beitrag zur Lead-Tracking-Tabelle, und wie eine saubere Kundendatenbank aufgebaut ist, steht in der passenden Vorlage.
Füllen Sie Ihr CRM mit echten Interessenten aus Ihrer Region
Suchen Sie auf Google Maps, sammeln Sie die auf Firmenwebsites veröffentlichten Kontakte und ordnen Sie Ihre Interessenten im CRM. Die Extraktion ist kostenlos, KI und Export hängen vom Tarif ab.
Welche 7 Funktionen braucht ein CRM für kleine Unternehmen wirklich?
Sieben: eine Kontaktdatenbank mit eigenen Feldern, eine visuelle Pipeline, Erinnerungen, Notizen mit Verlauf, Import und Export, Zugriff per Smartphone und die Anbindung an Postfach und Kalender. Das Mittelstand-Digital Zentrum nennt als Kern die zentrale Datenhaltung, die standardisierte Abläufe in Vertrieb und Betreuung ermöglicht. Genau das leisten diese sieben Punkte im Kleinen.
Alles Weitere wie Automatisierung, Prognosen oder Berichte kann warten. Prüfen Sie jede Funktion in der Testphase mit Ihren eigenen Daten, nicht mit den Demodaten des Anbieters.
Funktion
Warum sie wichtig ist
Test in der Probewoche
1. Kontakte und eigene Felder
Ihr Geschäft hat eigene Daten: Branche, Ort, Gewerk, letzter Auftrag
Drei Felder in unter zwei Minuten anlegen
2. Visuelle Pipeline
Zeigt auf einen Blick, wo jedes Angebot steht
Phasen so umbenennen, dass sie Ihren Verkaufsprozess abbilden
3. Erinnerungen und nächster Schritt
Hier gehen in kleinen Teams die meisten Aufträge verloren
Eine Erinnerung setzen und prüfen, ob sie im Tagesplan erscheint
4. Notizen und Verlauf
Sie erinnern sich an das letzte Gespräch, ohne das Postfach zu durchsuchen
Einen Kontakt öffnen und den ganzen Verlauf lesen
5. Import und Export
Verhindert, dass Sie in einem Werkzeug festsitzen
20 Zeilen importieren und alles als CSV exportieren
6. Zugriff per Smartphone
Sie aktualisieren Angebote vom Auto, von der Baustelle oder aus dem Laden
Ein Telefonat vom Handy aus protokollieren
7. Postfach und Kalender
Weniger Tabs, weniger vergessene Antworten
Postfach verbinden und eine Nachricht senden
Ein CRM ist nur so gut wie das, was Sie hineinlegen. Ein starkes Werkzeug voller veralteter Kontakte verliert gegen ein durchschnittliches mit frischen, sauber geordneten. Wählen Sie die Software an zweiter Stelle und die Kontaktquelle an erster.
Auswahl
Wie wählen Sie ein CRM für kleine Unternehmen aus, ohne eine weitere Top-10-Liste zu lesen?
Wählen Sie nach Ihrem Ablauf: Beschreiben Sie Ihren Verkaufsprozess, nehmen Sie zwei oder drei passende Werkzeuge in die engere Wahl und testen Sie sie eine Woche lang mit denselben echten Daten. Rankings kennen Ihre Branche selten, Ihr eigener Test schon. So gehen Sie vor:
Beschreiben Sie Ihren Ablauf in höchstens fünf Phasen. Zum Beispiel: Interessent, Erstgespräch, Angebot, Verhandlung, gewonnen oder verloren. Wenn Sie den Ablauf nicht beschreiben können, hilft auch kein CRM.
Machen Sie eine Muss-Liste aus der Tabelle oben. Markieren Sie, wofür Sie zahlen würden und was nur nett wäre.
Prüfen Sie die harten Grenzen. Bei Kontakten, Nutzern, eigenen Feldern, Export und Speicher enden Gratis- und Einstiegstarife. Mehr dazu im Beitrag zum kostenlosen CRM.
Laden Sie 30 bis 50 echte Kontakte in jedes Werkzeug. Ein Import verrät mehr über ein Produkt als jede Produktseite.
Arbeiten Sie eine ganze Woche damit. Protokollieren Sie Anrufe, verschieben Sie Angebote, setzen Sie Erinnerungen. Wenn Sie es bis Donnerstag nicht mehr öffnen, passt es nicht zu Ihnen.
Testen Sie den Export. Exportieren Sie alles als CSV und öffnen Sie die Datei. Ein fehlerhafter Export heißt, dass Ihre Daten festsitzen.
Fragen Sie vor dem Einspielen echter Kundendaten nach Auftragsverarbeitungsvertrag und Serverstandort. Das ist praktischer Rat und keine Rechtsberatung.
Ist das Werkzeug im Einsatz, messen Sie den Erfolg an Zahlen statt am Bauchgefühl. Eine klare Sales-Pipeline macht diese Zahlen erst aussagekräftig.
Kontaktquelle
Woher kommen die Kontakte, wenn Ihr CRM leer ist?
Wer an andere lokale Betriebe verkauft, findet bei Google Maps die schnellste Quelle für passende Interessenten. Dort stehen praktisch alle Elektriker, Zahnarztpraxen, Dachdecker und Restaurants mit Telefonnummer, Adresse und Bewertungen. Die Hürde ist, diese Einträge ohne Abtippen ins CRM zu bekommen.
Denkbare Szenarien: Eine Buchhalterin in Hamburg sucht Handwerksbetriebe als Mandanten. Ein Webdesigner in Köln spricht Restaurants ohne zeitgemäße Website an. Eine Reinigungsfirma in Nürnberg wendet sich an Zahnarztpraxen. Jeder sucht nach einer Branche in einer Stadt und braucht eine Liste, die sich sortieren, anrufen und weiterverfolgen lässt. Wie Sie das systematisch angehen, zeigt der Beitrag, wie Sie eine Adressliste erstellen.
Für diesen Ablauf ist Vonsel gebaut. Sie suchen in Google Maps und klicken auf „Start“. Während Sie die Karte erkunden, sammelt Vonsel Treffer weit über die auf den ersten Blick sichtbaren Markierungen hinaus. Sie können die Suche pausieren, fortsetzen und speichern. Weil Google Maps keine geschäftlichen E-Mail-Adressen anzeigt, besucht Vonsel die verfügbaren Firmenwebsites und sucht dort veröffentlichte E-Mail-Adressen, weitere Telefonnummern und Links zu bis zu 118 unterstützten sozialen Netzwerken und Plattformen. Was Sie finden, hängt davon ab, was die jeweilige Website veröffentlicht.
Die Betriebe erscheinen anschließend in einem Karten-CRM. Dort ordnen Sie sie nach Phase, bearbeiten die Details und nutzen Kanban-Ansicht, Kalender, Notizen, Aktionen, Tags und eigene Felder. Wenn Sie es erst sehen möchten, schauen Sie sich das Video-Tutorial an. Welche Leistungen die einzelnen Tarife enthalten, steht auf der Preisseite.
Ein CRM merkt sich Ihre Beziehungen. Die ersten kann es nicht erfinden.
Begriff
Was ist der Unterschied zwischen „kleinen Unternehmen“ und „Kleinunternehmern“?
Ein kleines Unternehmen ist eine Frage der Größe, ein Kleinunternehmer eine Frage der Steuer. In diesem Beitrag geht es um die Größe, also um Betriebe mit wenigen Beschäftigten. Der steuerliche Begriff stammt aus § 19 UStG: Danach bleibt ein Umsatz steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25 000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100 000 Euro nicht überschreitet.
Für die Wahl des CRM spielt der Steuerstatus keine Rolle. Ein Kleinunternehmer nach § 19 UStG hat dieselben Anforderungen wie jeder andere kleine Betrieb: Kontakte ordnen, Angebote nachhalten, das Nachfassen nicht vergessen. Suchen Sie nach dem steuerlichen Thema, fragen Sie Ihre Steuerberatung.
Die ersten 30 Tage
Wie sieht ein guter erster Monat mit dem CRM aus?
Ein guter erster Monat ist bewusst unspektakulär: eine Pipeline, ein sauberer Import, eine tägliche Routine. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
Tag 1: Legen Sie die fünf Phasen Ihres Verkaufsprozesses an und löschen Sie Standardfelder, die Sie nicht nutzen.
Tag 1 bis 3: Importieren Sie Bestandskunden und offene Angebote. Entfernen Sie vorher Dubletten.
Woche 1: Ergänzen Sie eine frische Gruppe lokaler Interessenten, zum Beispiel 100 Betriebe einer Branche in einer Stadt, und versehen Sie sie mit der Quelle als Tag.
Jeden Morgen: Öffnen Sie das CRM vor dem Postfach. Arbeiten Sie die heute fälligen Erinnerungen ab und tragen Sie bei jedem Kontakt den nächsten Schritt ein.
Ende der zweiten Woche: Verschieben Sie alles Eingeschlafene mit einem Grund in „Verloren“, damit die aktive Pipeline übersichtlich bleibt.
Tag 30: Zählen Sie neue Kontakte, geführte Gespräche und gewonnene Aufträge. Behalten Sie, was Sie nutzen, und streichen Sie, was Sie ignorieren.
Im ersten Monat zählt vor allem die Gewohnheit: Eine einfache Pipeline, die Sie täglich öffnen, schlägt eine ausgefeilte, die Sie nur sonntags ansehen.
Rechtlicher Rahmen
Dürfen Sie die Unternehmen in Ihrem CRM anrufen oder anschreiben?
Das hängt vom Kanal ab, und bei E-Mail ist die Rechtslage strenger, als viele annehmen. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist Werbung unter Verwendung elektronischer Post ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten stets eine unzumutbare Belästigung. Das Gesetz unterscheidet an dieser Stelle nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Eine Ausnahme sieht Absatz 3 nur vor, wenn Sie die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten haben und sie für ähnliche eigene Angebote nutzen, der Kunde nicht widersprochen hat und er auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen wurde.
Bei Anrufen gegenüber Unternehmen genügt nach Nr. 1 eine zumindest mutmaßliche Einwilligung. Ob sie vorliegt, ist eine Einzelfallfrage. Für den Umgang mit personenbezogenen Daten, etwa Namen und Durchwahlen von Ansprechpartnern, hat die Datenschutzkonferenz eine Orientierungshilfe zur Direktwerbung veröffentlicht. Sie verlangt unter anderem, bei Daten aus Fremdquellen die Quelle nennen zu können, und beschreibt die Werbesperrdatei als Mittel, um Widersprüche dauerhaft zu berücksichtigen.
Kontaktweg
Was das Gesetz verlangt
Was Sie im CRM festhalten
E-Mail
Ausdrückliche vorherige Einwilligung des Adressaten (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG), auch gegenüber Unternehmen
Einwilligung mit Datum und Quelle, Abmeldung als Tag
Telefon
Gegenüber Unternehmen zumindest mutmaßliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG)
Anlass des Anrufs, Ergebnis, Widerspruch
Brief, Besuch, andere Wege
Keine Werbung, obwohl erkennbar ist, dass sie unerwünscht ist (§ 7 Abs. 1 UWG)
Hinweis „kein Interesse“ und Datum
Daten aus Drittquellen
Quelle der Daten muss nennbar sein (DSK-Orientierungshilfe zur Direktwerbung)
Feld „Quelle“ je Kontakt, Werbesperrdatei
Pflegen Sie deshalb in Ihrem CRM ein Feld für die Quelle und einen Tag für Widersprüche, bevor Sie die erste Kampagne starten. Einen ausführlicheren Überblick bietet der Beitrag zur Kaltakquise per E-Mail ohne Rechtsverstoß. Das sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Für eine konkrete Kampagne holen Sie bitte rechtlichen Rat ein.
Stolperfallen
Welche Fehler führen dazu, dass kleine Unternehmen ihr CRM aufgeben?
Vier Fehler tauchen immer wieder auf, und keiner hat mit der Software selbst zu tun:
Zu viele Felder und Schritte. Wenn ein Anruf zwei Minuten Protokollierung kostet, lassen Sie es. Behalten Sie nur, was Sie täglich lesen.
Schlechte Daten beim Import. Dubletten, veraltete Telefonnummern und fehlende Namen machen das CRM schon am ersten Tag unbrauchbar.
Kein Verantwortlicher, keine Routine. Jemand muss es jeden Morgen öffnen. Bei zwei Personen: Wer ist es?
Das Werkzeug kommt vor den Kontakten. Eine hübsche, aber leere Pipeline gewöhnt Sie daran, sie nicht mehr zu öffnen.
Wer die Akquise ohnehin ausbauen will, findet im Beitrag zu Outbound Sales den passenden nächsten Schritt.
Ihre Interessenten und Ihr CRM an einem Ort
Holen Sie lokale Betriebe aus Google Maps, behalten Sie sie auf der Karte im Blick und führen Sie sie durch Ihre Pipeline, ohne etwas abzutippen.
Ein CRM für kleine Unternehmen ist eine Software, die Ihre Kontakte speichert, jeden Vorgang vom Erstkontakt bis zum Abschluss festhält und Sie ans Nachfassen erinnert. Es ersetzt verstreute Notizen, Postfächer und Excel-Listen durch einen Datensatz pro Kunde. Gemeint sind Teams von einer bis etwa zwanzig Personen, nicht die Vertriebsabteilung eines Konzerns.
Brauche ich ein CRM oder reicht Excel?
Excel reicht, solange eine Person wenige Dutzend Kontakte pflegt und die Liste täglich öffnet. Ein CRM lohnt sich, sobald Nachfasstermine untergehen, eine zweite Person dieselben Kontakte bearbeitet oder Sie ohne Suchen nicht sagen können, welche Angebote noch offen sind. Entscheidend sind verpasste Nachfassaktionen und doppelte Arbeit, nicht eine feste Zeilenzahl.
Welche Funktionen braucht ein CRM für ein kleines Unternehmen?
Sieben genügen für den Start: Kontakte mit eigenen Feldern, eine visuelle Pipeline, Erinnerungen, Notizen und Verlauf, Import und Export, Zugriff per Smartphone sowie Anbindung an Postfach und Kalender. Fortgeschrittene Automatisierung, Prognosen und Berichte können warten, bis die Grundfunktionen täglich genutzt werden. Testen Sie jede Funktion mit Ihren eigenen Daten.
Wie viele kleine Unternehmen gibt es in Deutschland?
Laut Statistischem Bundesamt zählten 2024 rund 3,2 Millionen Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unternehmen, das sind 99,3 Prozent aller Unternehmen. Kleinstunternehmen haben bis zu 9 Beschäftigte und bis zu 2 Millionen Euro Umsatz. Ein CRM für kleine Unternehmen muss deshalb einfach sein und ohne IT-Abteilung funktionieren.
Darf ich Unternehmen aus meinem CRM per E-Mail anschreiben?
Werbung per E-Mail ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten eine unzumutbare Belästigung. Das Gesetz unterscheidet dabei nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Eine Ausnahme gilt nur unter den engen Bedingungen des § 7 Abs. 3 UWG für eigene Bestandskunden. Lassen Sie eine konkrete Kampagne rechtlich prüfen.
Darf ich Unternehmen aus meinem CRM anrufen?
Bei Anrufen gegenüber sonstigen Marktteilnehmern, also Unternehmen, verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG zumindest eine mutmaßliche Einwilligung. Ob sie vorliegt, hängt vom Einzelfall ab, etwa vom Angebot und vom Bezug zum Geschäft des Angerufenen. Dokumentieren Sie daher im CRM, warum Sie anrufen, und tragen Sie Widersprüche sofort ein.
Ist ein kostenloses CRM für ein kleines Unternehmen ausreichend?
Ein kostenloses CRM reicht, wenn Sie allein arbeiten, eine Pipeline haben und einfache Anforderungen stellen. Prüfen Sie vor der Anmeldung die Grenzen bei Kontakten, Nutzern, eigenen Feldern und Export, denn dort enden Gratis-Tarife meist. Ein späterer Wechsel gelingt, wenn sich alle Daten als CSV exportieren lassen. Testen Sie den Export deshalb in der ersten Woche.
Wie lange dauert die Einrichtung eines CRM?
Die Grundeinrichtung dauert einen Nachmittag: Pipeline-Phasen anlegen, Kontakte importieren, zwei oder drei eigene Felder ergänzen und eine tägliche Nachfassroutine festlegen. Der aufwendigere Teil ist die Gewohnheit. Planen Sie eine Woche ein, in der jeder Kontakt im CRM landet, bevor Sie beurteilen, ob das Werkzeug zu Ihnen passt.